Wenn die Talsperren im Bergischen Land nur noch zu 19 Prozent gefüllt sind, wird der Klimawandel auf erschreckende Weise sichtbar. Gleichzeitig entstehen einzigartige Landschaften, die zu außergewöhnlichen Wanderungen mit dem Hund einladen. Die Bevertalsperre bei Hückeswagen und die Wuppertalsperre bei Radevormwald zeigen aktuell Rekord-Tiefstände – und bieten damit ein faszinierendes Fotomotiv für naturverbundene Hundebesitzer.
Bevertalsperre: Wanderung mit Hund bei Niedrigwasser
Die Bevertalsperre liegt östlich von Hückeswagen im Oberbergischen Kreis und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Hundehalter. Der Rundweg um die Talsperre ist etwa 14 Kilometer lang und führt durch abwechslungsreiche Wald- und Uferlandschaften. Bei Niedrigwasser kommen Stellen zum Vorschein, die sonst unter Wasser liegen – das sorgt für eine fast surreale Wander-Atmosphäre. Für Hunde ist die Runde ideal: Es gibt viele besondere Gerüche, flache Uferzonen zum Planschen (wenn noch etwas Wasser da ist) und ausreichend Abstand zu Straßen.
Im Bereich der Bevertalsperre gibt es mehrere Parkplätze, von denen aus ihr die Wanderung starten könnt. Der Weg ist überwiegend flach und gut begehbar, sodass auch weniger geübte Wanderer und ältere Hunde gut mitkommen. Am südlichen Ende der Talsperre gibt es zudem einen kleinen Badebereich, der bei Hunden sehr beliebt ist. Achtung: In der Hauptsaison kann es hier voll werden – unter der Woche habt ihr die Wege oft ganz für euch und euren Vierbeiner.
Wuppertalsperre: Natur pur für Zwei- und Vierbeiner
Die Wuppertalsperre bei Radevormwald ist die ältere der beiden Talsperren und ebenfalls ein Paradies für Hundehalter. Die Wanderwege sind gut ausgeschildert und führen dicht am Ufer entlang – auch hier kommen bei Niedrigwasser faszinierende Uferabschnitte zum Vorschein. Die Runde um die Wuppertalsperre ist mit etwa 9 Kilometern etwas kürzer als die Bever-Runde, aber mindestens genauso reizvoll.
Warum der Klimawandel die Talsperren trifft
Die Talsperren im Bergischen Land leiden unter den veränderten Niederschlagsmustern. Längere Trockenperioden im Frühjahr und Sommer sowie geringere Schneeschmelze im Winter führen zu sinkenden Wasserständen. Für Hundehalter bedeutet das: Die sonst üblichen Wasserstellen entlang der Wanderwege fallen trocken, also immer ausreichend Trinkwasser für den Vierbeiner mitnehmen! Die gute Nachricht: Die Wege um die Talsperren sind auch bei Niedrigwasser gut begehbar und bieten ein ganz besonderes Wandererlebnis.
Praktische Tipps für die Wanderung mit Hund
Anreise: Beide Talsperren sind gut mit dem Auto erreichbar. Die Bevertalsperre erreicht ihr über die B237 oder B51, die Wuppertalsperre über die L414. Parkplätze sind ausgeschildert und kostenfrei.
Hunde: Leinenpflicht im Uferbereich während der Brut- und Setzzeit (März–Juli). Außerhalb dieser Zeit dürfen Hunde in der Regel frei laufen, solange sie unter Kontrolle sind. Immer Hunde-Tüten dabei haben!
Einkehren: Rund um die Talsperren gibt es mehrere Ausflugslokale und Biergärten – viele sind hundefreundlich. Besonders empfehlenswert ist das Restaurant an der Bevertalsperre, wo Wasser für den Hund bereitsteht.
Wetter: Da beide Talsperren im Waldgebiet liegen, kann es auch im Sommer kühl sein. Immer eine Regenjacke und ausreichend Wasser für Mensch und Hund mitnehmen – Letzteres ist doppelt wichtig, denn die üblichen Bachläufe könnten trockengefallen sein.
Fazit
Die Bever- und Wuppertalsperre bei Niedrigwasser zu erleben, ist ein unvergessliches Erlebnis – für Hund und Halter. Die ungewohnten Ausblicke auf sonst überflutete Flächen, die Stille über dem Wasser und die weiten Wanderwege machen den Ausflug zu etwas Besonderem. Der Klimawandel zeigt sich hier ungeschönt – aber genau das sollten wir uns ansehen, solange es noch möglich ist. Packt Leine, Wasser und Kamera ein und macht euch auf den Weg!



