Lagotto Romagnolo im Herbst: nasses Lockenfell nach Regen und Matsch, daneben Handtuch, schlammige Pfoten und Pflegewerkzeug – Beitragsbild (KI-generiert)
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Hallo ihr Lieben 🐶

Im Herbst wird unser Spaziergang wieder zum Handtuch-Thema. Luna kommt mit nassen Locken nach Hause, zwischen den Zehen klebt Matsch, und am Bauch hängt alles, was der Weg hergegeben hat. Während andere Hunde im September ihren Fellwechsel durchmachen, läuft beim Lagotto Romagnolo etwas anderes ab – und genau dazu gibt es erstaunlich wenig zu lesen.

Wir leben mit einer Lagotto-Hündin und haben deshalb aufgeschrieben, was in der Fellpflege wirklich anders läuft: warum Kämmen und Bürsten bei dieser Rasse kein Pflichtprogramm ist, worauf es bei nassen Locken ankommt und welche Punkte im Herbst schnell zu Verfilzungen führen.

Was dieser Beitrag nicht ist: keine Anleitung für die Ausstellungspflege und keine Empfehlung, selbst zur Schermaschine zu greifen, wenn ihr unsicher seid. Wo wir etwas anders machen, sagen wir das – und wo die Quellen unterschiedlich sind, steht auch das da.

Warum der Lagotto keinen klassischen Fellwechsel hat

Bei vielen Hunden heißt September und Oktober: Fellwechsel. Bürsten, Haarballen in der Wohnung, gewechselte Unterwolle. Beim Lagotto Romagnolo beschreibt der Verband für das Deutsche Hundewesen die Sache anders: Der Lagotto haart nicht im klassischen Sinn.

Das ist keine Marketing-Aussage, sondern hat eine Konsequenz für jeden Tag: Was nicht ausfällt, verschwindet nicht. Das Fell wächst weiter, die Locken werden länger und dichter, und je länger es zwischen den Locken bleibt, desto leichter verknotet es. Der Verband empfiehlt deshalb, das Fell zweimal im Jahr – zu Beginn und gegen Ende des Sommers – auf etwa drei Millimeter zu scheren und nur Fellentwicklungen dazwischen mit der Schere zu stutzen.

Auch der Rasseclub für Lagotto-Wasserhunde nennt die zwei Schnitte pro Jahr als Grundpflege und formuliert den Zweck ungewöhnlich klar: mindestens zweimal jährlich scheren, um Verfilzungen zu vermeiden. Genau darin liegt der Unterschied zu einem Hund mit Fellwechsel: Es gibt keine Mauser, die den Altbestand loswird – die Pflege übernimmt das.

Nebenbei erklärt das auch, warum auf unseren Sofas kein Fellteppich liegt und warum die Fellpflege-Debatte in Lagotto-Kreisen trotzdem hitzig geführt wird. Wenig Haarverlust bedeutet nicht „keine Pflege“.

Bürsten und Kämmen: beim Lagotto oft der falsche Reflex

Wenn ein Fell lockig ist, ist die naheliegende Antwort: bürsten. Genau das beschreibt der VDH aber als problematisch. Bei der „üppigen Lockenpracht“ des Lagotto bezieht sich Pflege nicht auf herkömmliches Kämmen und Bürsten – im Gegenteil, beides gilt für die typische Lockenstruktur eher als schädlich denn als nützlich.

Der Grund ist nachvollziehbar, auch wenn man ihn in Quellen selten erklärt findet: Eine Bürste greift sich die einzelnen Locken, zieht sie auf und zieht nicht ausgefallene Haare aus dem Verband. Aus einer Locke wird dadurch ein Knoten – gerade bei krauser, trockener Herbstluft und nassem Fell. Was stattdessen funktioniert, ist Kontrolle mit den Fingern: einmal mit der Hand durchs Fell, Knoten finden, bevor sie sich festziehen, und diese Stellen – so wie es auch der VDH beschreibt – mit einer Schere stutzen.

Für uns heißt das im Alltag: Wir greifen deutlich öfter zur Schere als zur Bürste. Und wir haben die Bürste nicht verboten, sondern abgeschafft.

Wie oft muss ein Lagotto geschoren werden?

Die Empfehlung der Fachverbände liegt bei mindestens zwei Schnitten pro Jahr – der VDH nennt „zu Beginn und gegen Ende des Sommers“ und eine Länge von rund drei Millimetern, der Rasseclub formuliert dieselbe Zweijahresregel. Wer einen Lagotto im Herbst übernimmt oder einen Welpen großzieht, hat damit einen klaren Pflegeplan.

Für den Herbst heißt das konkret: Ende des Sommers ist der zweite Termin des Jahres. Das Fell, das jetzt nachwächst, ist das Fell, mit dem der Hund in den Winter geht. Ob ein dritter Schnitt im Herbst sinnvoll ist, hängt vom Fellwachstum des einzelnen Hundes ab – und ist genau die Frage, die wir nicht pauschal beantworten können: Wer im November noch einmal komplett schert, nimmt dem Hund die längere Deckhaar-Situation für die kalte Jahreszeit. Wer es gar nicht tut und das Fell verfilzt, hat später einen sehr unangenehmen Termin in der Pflege.

Unsere Lösung ist die mittlere Route: grob alle sechs Monate komplett, dazwischen nur Konturen, Problemstellen und der Zehenbereich. Ein erfahrener Groomer, der Lagotto kennt, ist dabei erstaunlich viel wert – beim ersten Mal haben wir uns das zeigen lassen, statt es aus einem Video zu lernen.

Nasses Fell im Herbst: trocknen, aber richtig

Ein Lagotto, der im Regen läuft oder im Herbst ins Wasser geht, kommt mit einem Mantel nach Hause, der Wasser speichert. Das Fell ist dicht und wollig – es liegt also Haut direkt unter einer wasserhaltenden Schicht. Für uns heißt das: Wir trocknen nicht „irgendwann“, sondern direkt, und vor allem dort, wo es dem Hund unangenehm wird.

  • Handtuch zuerst, Wärme später. Erst grob mit einem Trockentuch durchgehen, dann erst trocknen. Nicht mit heißer Luft arbeiten – die ist weder für Haut noch für Locken gedacht.
  • Locken von oben nach unten. Nicht in die Locken reingreifen, sondern mit dem Handtuch lockenweise trocknen. Für das Fell am Bauch und im Hals-Kragenbereich, wo sich Feuchtigkeit sammelt, braucht es am längsten.
  • Ohren sind kein Rundum-Thema. Nach Wasserkontakt kontrollieren – hier lohnt der Blick, siehe unten.
  • Zehenzwischenräume auswischen. Dort hält sich Feuchtigkeit mit Schmutz am längsten, und der Hund läuft mit nassen Pfoten nicht so gern. Nach dem Auswischen trocken nachreiben.

Wir sind da nicht dogmatisch, aber im Herbst merklich gründlicher als im Sommer. Und ja: Ein sauberer, trockener Hund, der auf dem Sofa liegen darf, verändert die Wortwahl in der Familie.

Verfilzungen erkennen, bevor sie zu Filzplatten werden

Verfilzungen entstehen nicht über Nacht, sie entstehen dort, wo Reibung, Nässe und Bewegung zusammentreffen: hinter den Ohren, am Halsband, unter dem Vorderbein, an der Rute, zwischen den Hinterbeinen und überall dort, wo Geschirr oder Mantel sitzt.

Die Frühkontrolle ist einfach: einmal mit den Fingern durch das Fell, an den bekannten Stellen bis auf die Haut. Ein Knoten, der sich mit den Fingerspitzen noch trennen lässt, ist harmlos. Eine Platte, die sich hart anfühlt, kriegt man mit der Schere weg – mit Mühe und ohne Schönheitspreis. Was wir nicht machen: an einem Filzknoten ziehen. Der gehört geschnitten, nicht gerettet.

Der wirksamste Schutz gegen Verfilzung ist deshalb die Pflege-Routine aus zwei Teilen: regelmäßig kurz kontrollieren und das Fell alle sechs Monate komplett zurückschneiden. Ein nasser Herbsthund mit zu langem Fell ist die Kurzfassung eines Termins beim Groomer.

Ohren, Augen und Bart: die unterschätzten Details

Der VDH nennt die Ohrenpflege im Zusammenhang mit dem Lagotto-Fell ausdrücklich, und unser Rasseclub wird bei diesem Punkt sehr konkret: Das Haar in den Ohren wächst beim Lagotto stärker, während das Kopfhaar langsamer nachkommt – das Ohrenhaar soll deshalb etwa monatlich herausgezogen werden.

Praktisch heißt das für uns: Die Ohren werden bei jedem Trocknen kurz mitkontrolliert. Rötung, Geruch, Kopfschütteln oder Reiben mit der Pfote sind Warnzeichen, die nichts mit Fellpflege zu tun haben – dazu haben wir die Symptome in Ohrenentzündung beim Hund erkennen zusammengeschrieben.

Beim Bart gilt: Er hängt im Futter und in allem, was draußen noch feuchter ist als der Rest der Welt. Der Rasseclub schneidet ihn auf Lefzenhöhe – das verhindert, dass der Bart dauerhaft feucht bleibt, und es sieht ordentlicher aus als ein wachsender Filzstreifen am Kinn.

Matschpfoten und Zehenzwischenräume

Der Rasseclub kennt einen Punkt, den wir vorher unterschätzt haben: Im Winter soll das Fell zwischen den Zehen kurz gehalten werden, damit sich kein Schnee festsetzt. Die Herbstversion desselben Problems heißt Matsch – er setzt sich in denselben Zwischenräumen fest, trocknet dort nur langsam und ist einer der häufigsten Gründe für wunde Stellen zwischen den Zehen.

Unsere Routine: nach dem Spaziergang Pfoten kurz abspülen, mit dem Tuch trocken reiben und beim Kürzen des Fells den Zehenbereich mitnehmen. Bei längeren Runden im Schlamm wählen wir außerdem Strecken, auf denen nicht der halbe Weg aus Acker besteht. Was sonst im Herbst auf dem Weg liegt, steht in unserem Beitrag zu Herbstspaziergang mit Hund – dort geht es um Kastanien, Eicheln und Co.

Unser Herbst-Ritual mit Luna

Luna ist ein Lagotto Romagnolo mit eng gelocktem Fell, und wir haben die Fellpflege nicht von Anfang an richtig gemacht. Am Anfang stand die Bürste – weil wir es von anderen Hunden kannten. Was daraus wurde, war ein Hund, der bei jedem Pflegeversuch in die Küche ausgewichen ist, und ein Fell, das trotzdem Knoten bildete.

Heute läuft es anders: kurze Einheiten, viel Leckerli, und die Regel, dass wir aufhören, bevor der Hund geht. Wir schneiden selbst nur Konturen und Knoten, das komplette Scheren machen wir nicht selbst, und wir kontrollieren mindestens einmal pro Woche kurz das Fell. Für einen Hund, der beim Trocknen bleiben soll, ist eine einfache, immer gleiche Reihenfolge mehr wert als der perfekte Griff – über Kommunikation und Körpersprache haben wir in Kommunikation mit unserer Lagotto-Hündin Luna schon ausführlich geschrieben.

Für alle, die einen Lagotto-Welpen großziehen: Je früher das Tier Trocknen, Ohrenkontrolle und die Schere als etwas Normales kennenlernt, desto entspannter wird es später. Unsere ersten Wochen mit Luna könnt ihr in Lunas erste Wochen bei uns nachlesen.

Häufige Fragen zur Lagotto-Fellpflege

Muss ich meinen Lagotto bürsten?

Herkömmliches Bürsten und Kämmen gilt für die typische Lockenstruktur des Lagotto laut VDH als eher schädlich denn nützlich. Statt zu bürsten kontrolliert man das Fell mit den Fingern und stutzt Knoten und störende Fellentwicklungen mit der Schere.

Wie oft muss ein Lagotto geschoren werden?

Die Empfehlung liegt bei mindestens zwei Schnitten pro Jahr. Der VDH nennt den Beginn und das Ende des Sommers und eine Felllänge von rund drei Millimetern, der Rasseclub die mindestens zweimal jährliche Schur zur Vermeidung von Verfilzungen.

Haart ein Lagotto wirklich nicht?

VDH und Rasseclub beschreiben den Lagotto als nicht (klassisch) haarend. Der VDH weist an anderer Stelle aber auf eine ausgeprägte Unterwolle hin. Die praktische Konsequenz ist in beiden Fällen dieselbe: Es fällt wenig aus, dafür wächst das Fell weiter und muss geschnitten werden.

Wie erkenne ich Verfilzungen früh?

Mit den Fingern bis auf die Haut kontrollieren, besonders hinter den Ohren, am Halsband, unter den Vorderbeinen, an der Rute und unter Geschirr oder Mantel. Ein Knoten, der sich mit den Fingern trennen lässt, ist harmlos – feste Platten werden mit der Schere entfernt, nicht ausgezogen.

Wie trockne ich das Fell nach Regen und Schwimmen?

Erst mit dem Handtuch lockenweise trocknen, dann behutsam nachtrocknen; keine heiße Luft. Ohren und Zehenzwischenräume zum Schluss gezielt kontrollieren, weil dort die Feuchtigkeit am längsten bleibt.

Wie oft muss ich beim Lagotto die Ohren kontrollieren?

Der Rasseclub empfiehlt, das Ohrenhaar etwa monatlich herauszuziehen. Unabhängig davon kontrollieren wir die Ohren nach jedem Wasserkontakt. Rötung, Geruch und Kopfschütteln sind tierärztliche Themen, nicht Fellpflege.

Frieren Lagotti mit kurzem Fell im Winter?

Ein geschorener Lagotto hat im Winter weniger Fell als im Sommer, deshalb halten wir den Schnitt so, dass das nachwachsende Fell in die kalte Jahreszeit hineinwachsen kann. Bei Kälte, Nässe und langen Runden ergänzen wir mit einem Mantel – das ist keine Stilfrage, sondern eine Temperaturfrage. Dass Nässe und Kälte im Herbst auch andere Themen mitbringen, steht in Herbst mit Hund.

Praktische Helfer für die Fellpflege zu Hause

Werbung: In diesem Abschnitt verlinken wir Produkte, die zur Grundausstattung für einen Lagotto gehören – beim Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision, für euch wird es dadurch nicht teurer.

Zur Grundausstattung für das Fell eines Lagotto gehören aus unserer Sicht vier Dinge: eine Schermaschine für den Körper, eine scharfe Schere für Konturen und Knoten, ein Blower zum Trocknen und saugfähige Mikrofasertücher, die Wasser aufnehmen, statt es nur zu verteilen. Dazu kommt bei nassen Herbsttagen ein zweites Handtuch, das nur für die Pfoten benutzt wird.

Wir haben diese Auswahl recherchiert und verlinken sie, weil Ausstattung und Bewertungen zu dem passen, was hier steht – selbst getestet haben wir sie noch nicht – sobald wir die Produkte, die wir selbst mit Luna benutzen, wirklich getestet haben, verlinken wir hier genau diese und schreiben dazu, was uns daran gefällt und was nicht. Wir behaupten nicht „getestet“, wenn es nicht stimmt. Was wir für die Fellpflege ausprobiert haben, landet außerdem in der Kategorie Produkttests.

Unser Fazit

Lagotto-Fellpflege im Herbst ist kein Bürsten-Thema, sondern ein Trocknen- und Kontroll-Thema. Wer versteht, dass dieses Fell nicht ausgeht, sondern wächst, plant anders: zwei komplette Schnitte im Jahr, dazwischen Kontrolle mit den Fingern, Schere statt Bürste, Ohren und Pfoten nach jedem nassen Spaziergang.

Für uns ist das kein Aufwand, den wir freiwillig machen, sondern eine Eigenschaft der Rasse. Dass wir dafür auf dem Sofa haarfrei sitzen, ist ein angenehmer Nebeneffekt. 🐾

Unsere Quellen

Für diesen Beitrag haben wir die Angaben von Rasseverband, Rasseclub und FCI herangezogen:

Wo Rasseverband und Rasseclub im Detail voneinander abweichen – etwa bei der Beschreibung der Unterwolle –, steht das im Text dabei. Wir haben bewusst keine Mengen- oder Produktangaben ergänzt, die nicht in diesen Quellen stehen.

KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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