Ohrenentzündung beim Hund erkennen: Symptome, Ursachen und Behandlung
TFA erklärt #1 – Alltägliches Tierwissen für Hundehalter | @LUNA_LAGOTTO
Heute starten wir mit dem ersten Beitrag unserer neuen Reihe „TFA erklärt – Alltägliches Wissen über eure Vierbeiner“. In dieser Serie möchten wir euch verständlich und praxisnah wichtige Themen rund um die Gesundheit eurer Hunde erklären – so, wie es auch Tiermedizinische Fachangestellte täglich in der Praxis tun.
Den Auftakt macht ein Thema, das viele Hundebesitzer früher oder später betrifft: Ohrenentzündung beim Hund. Auf unserem Instagram-Kanal @LUNA_LAGOTTO teilen wir regelmäßig Einblicke in den Alltag mit Hund sowie hilfreiches Wissen rund um Pflege und Gesundheit. Deshalb möchten wir auch hier im Blog erklären, woran ihr eine Ohrenentzündung erkennt, warum sie entsteht und weshalb eine frühzeitige Behandlung so wichtig ist.
Was ist eine Ohrenentzündung beim Hund?
Eine Ohrenentzündung beim Hund betrifft in den meisten Fällen den äußeren Gehörgang. Tierärzte bezeichnen diese Erkrankung als Otitis externa. Häufig ist dabei nicht nur der Gehörgang betroffen, sondern auch die Ohrmuschel kann entzündet sein.
Das Hundeohr ist ein empfindliches Organ und erfüllt nicht nur die Funktion des Hörens, sondern ist auch für den Gleichgewichtssinn verantwortlich. Deshalb können Entzündungen – wenn sie unbehandelt bleiben – ernsthafte Folgen haben.


Der Aufbau des Hundeohres

Ohrenentzündung beim Hund: Um zu verstehen, warum Hunde relativ häufig Ohrenprobleme bekommen, lohnt sich ein Blick auf den Aufbau des Ohres. Das Hundeohr besteht aus drei Bereichen:
1. Äußeres Ohr
Dazu gehören:
- die Ohrmuschel
- der äußere Gehörgang
Die Ohrmuschel sammelt Schallwellen und leitet sie in den Gehörgang weiter. Beim Hund ist dieser Gehörgang besonders lang und L-förmig aufgebaut.
2. Mittelohr
Das Mittelohr enthält das Trommelfell und die kleinen Gehörknöchelchen, die die Schallwellen weiterleiten.
3. Innenohr
Im Innenohr sitzen das Hörorgan und das Gleichgewichtsorgan. Probleme in diesem Bereich können dazu führen, dass Hunde Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsprobleme bekommen.
Warum bekommen Hunde so häufig Ohrenentzündungen?
Ein wichtiger Grund liegt im Aufbau des Gehörgangs. Anders als beim Menschen verläuft er beim Hund nicht gerade, sondern zunächst vertikal nach unten und dann horizontal nach innen – also in einer L-Form.
Dadurch können sich leichter ansammeln:
- Schmutz
- Ohrenschmalz
- Feuchtigkeit
Diese Faktoren schaffen eine warme und feuchte Umgebung, in der sich Mikroorganismen besonders gut vermehren können.
Kommt es zusätzlich zu einer Reizung oder einer gestörten Selbstreinigung des Ohres, können sich Bakterien oder Hefepilze stark ausbreiten und eine Entzündung auslösen.


Was passiert bei einer Ohrenentzündung beim Hund?
Wenn sich das Ohr entzündet, reagiert der Körper mit einer vermehrten Produktion von Ohrenschmalz. Das ist eigentlich ein natürlicher Schutzmechanismus.
Das Problem:
Zu viel Ohrenschmalz kann den Gehörgang verstopfen und so ein ideales Milieu für Bakterien und Hefepilze schaffen.
Typische Folgen können sein:
- verstärkte Entzündung
- unangenehmer Geruch aus dem Ohr
- Schmerzen
- Juckreiz
Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann der natürliche Selbstreinigungsmechanismus des Ohres gestört werden. Im schlimmsten Fall können chronische Entzündungen entstehen oder sogar das Trommelfell geschädigt werden.

Typische Anzeichen einer Ohrenentzündung beim Hund
Viele Hunde zeigen relativ deutliche Symptome. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
- häufiges Kopfschütteln
- Kratzen am Ohr
- Rötung der Ohrmuschel
- unangenehmer Geruch
- brauner, gelblicher oder schwarzer Ohrenschmalz
- Schmerzreaktionen beim Berühren des Ohres
Manche Hunde halten auch den Kopf schief oder wirken unruhig.
Wenn ihr solche Symptome bemerkt, solltet ihr das Ohr nicht einfach selbst behandeln, sondern unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
Warum eine tierärztliche Behandlung wichtig ist
Eine Ohrenentzündung beim Hund kann viele unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel:
- Bakterien
- Hefepilze
- Allergien
- Parasiten (z. B. Ohrmilben)
- Fremdkörper im Ohr
- zu viel Feuchtigkeit nach dem Baden oder Schwimmen








Nur ein Tierarzt kann mithilfe von Ohruntersuchungen und Abstrichen feststellen, welche Ursache hinter der Entzündung steckt.
Die Behandlung kann je nach Ursache beinhalten:
- spezielle Ohrreiniger
- entzündungshemmende Medikamente
- Antibiotika oder Antimykotika
- Behandlung von Allergien
Eine frühzeitige Behandlung verhindert, dass sich die Entzündung ausbreitet und zu chronischen Problemen wird.
Vorbeugung: So bleiben Hundeohren gesund
Zum Glück gibt es einige einfache Maßnahmen, mit denen ihr Ohrenproblemen vorbeugen könnt.
Regelmäßige Kontrolle
Schaut euch die Ohren eures Hundes regelmäßig an. Sie sollten:
- sauber
- geruchslos
- hellrosa
sein.
Nach dem Baden oder Schwimmen trocknen
Feuchtigkeit im Ohr kann Entzündungen begünstigen. Trocknet die Ohren deshalb vorsichtig ab.
Keine Wattestäbchen
Wattestäbchen können Schmutz nur tiefer ins Ohr schieben und das Ohr verletzen.
Ohrpflege nur bei Bedarf
Zu häufige Reinigung kann die natürliche Schutzfunktion des Ohres stören. Am besten lasst ihr euch vom Tierarzt beraten.

Wissen für den Hundealltag
Mit unserer neuen Reihe „TFA erklärt“ möchten wir euch regelmäßig genau solche Themen näherbringen. Denn je besser ihr die Gesundheit eurer Hunde versteht, desto schneller könnt ihr Veränderungen erkennen und richtig handeln.
Auf unserem Instagram-Kanal @LUNA_LAGOTTO begleiten wir euch außerdem durch den Alltag mit Hund, teilen Erfahrungen, Tipps und Einblicke in Themen rund um Pflege, Training und Gesundheit.
Bleibt also gespannt – im nächsten Beitrag der Reihe werden wir weitere spannende Aspekte aus dem Alltag einer Tiermedizinischen Fachangestellten erklären.
Denn: Gesunde Ohren bedeuten mehr Lebensqualität für euren Vierbeiner. 🐾
Mehr zur Gesundheit rund um den Hund erfahrt ihr hier.
